Aktuelle Wetterdaten
Lufttemperatur: 21.6 (°C)
Windgeschw.:7 (km/h)
Windrichtung: S-S-O, 152.8 °
Globalstrahlung: 0.0 (W/m²)
Akt. UV-Index: 0
Niederschlag: 0.0 (ltr/m²)
(Stand: 18.05.2022, 24:00 Uhr,
 S-Mitte, Amt für Umweltschutz)
Weitere Luft- u. Wetterdaten
Mehr zum Wetter in Stuttgart
Aktueller Sonnenstand
Webcams in Stuttgart
Vorhersage Region Stuttgart 
Vorhersage Europa 
Niederschlagsradar Baden-W. 
Weitere Links
Neues und Aktuelles
Aktuelle Anzahl der Sommertage und Hei├čen Tage in Stuttgart 2022
Aktuelle Grafiken
Informationen und Link zum Klima Dashboard Stuttgart
Klimadashboard 2022
Die Witterung im Jahr 2021, Meteorologischer Jahresbericht Stuttgart Hohenheim
Jahresbericht 2021
Klima Dashboard Stuttgart
Luft: Neue Pressemitteilungen
Sommertage und Heiße Tage in Stuttgart (bis 2022)
UV-Index Prognose der BfS
Stadtklimaviewer: Karten und Pläne mit detaillierten Themen- karten zu Klima, Luft und Lärm
Lärmkarten Stuttgart 2017
Lärmaktionsplan Stuttgart
Luftreinhalteplan Stuttgart
NO2- und PM10 Überschreitungen
Aktuelle Messwerte an den Messstationen der LUBW
Bildergalerie     Weitere News
Blickpunkt 19:


B 10 - Versuch/ Luftreinhalteplan


Verkehrsversuch Luftreinhaltung B 10
W├Ąhrend bei Schwefeldioxid und Staub die Emissionen in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren zum Teil deutlich zur├╝ckgegangen sind, weisen die stark durch den Verkehr beeinflussten Emissionen organischer Verbindungen sowie der Stickoxide keine vergleichbar g├╝nstige Entwicklung auf. Das Stickstoffdioxid ist nach wie vor ein Hauptproblem der Luftreinhaltung in gro├čen St├Ądten. Immissionsmessungen des Landes Baden-W├╝rttemberg (1989) hatten auch in Stuttgart gro├čfl├Ąchige ├ťberschreitungen des TA Luft-Kurzzeitgrenzwertes f├╝r NO2 ergeben, was Anlass zur Aufstellung eines Luftreinhalteplanes war. Im Vorfeld dieses Luftreinhalteplanes wurde auf Initiative der Stadt Stuttgart auf einem 6.5 km langen Teilabschnitt der vierspurigen B 10 ein Tempolimit (60 km/h) zur Reduktion der NOx- Emissionen versuchsweise f├╝r sechs Monate eingef├╝hrt. Au├čer zur Beurteilung der Emissions- und Immissionssituation diente der Versuch der Untersuchung der Akzeptanz und Verkehrsverlagerung sowie der Auswirkungen auf die L├Ąrmentwicklung und das Unfallgeschehen. Auf der genannten Stra├če wurde im Zeitraum von Juni bis November 1989 die Geschwindigkeit von 100 km/h auf 60 km/h reduziert. Der Versuch wurde von einem Gutachterb├╝ro durch Verkehrsz├Ąhlungen, Geschwindigkeitsmessungen und Emissionsberechnungen begleitet (STEIERWALD et al., 1989). Um den Autofahrern den Sinn der Ma├čnahme zu verdeutlichen, waren entlang der Versuchsstrecke gro├če Zusatzschilder aufgestellt mit den Hinweisen - 60 km/h: "Verkehrsversuch Luftreinhaltung", "Weniger Stickoxide", "Umdenken langsamer fahren". W├Ąhrend der Versuchsdauer wurde die polizeiliche Geschwindigkeits├╝berwachung verst├Ąrkt.

Die Ergebnisse des Versuches basieren auf der genannten begleitenden Untersuchung des Gutachterb├╝ros und ferner auf der Auswertung von Messungen der Landesanstalt f├╝r Umweltschutz, der Landespolizeidirektion Stuttgart sowie auf eigenen Erhebungen. Es ergab sich ein insgesamt hoher Befolgungsgrad der Ma├čnahme. Der Verkehrsablauf war gegen├╝ber vorher harmonisiert. Aufgrund des gleichm├Ą├čigeren Geschwindigkeitsniveaus bei ausbleibenden Stop-and-Go-Situationen konnte w├Ąhrend des Berufsverkehrs eine h├Âhere Reisegeschwindigkeit erzielt werden als vorher ohne Tempolimit.

 

Das Verkehrsaufkommen war um etwa 5% bis 10 % geringer als vor dem Versuch. Eine dementsprechende Verlagerung auf Parallelstra├čen bzw. in die gro├čr├Ąumige Umgebung konnte nicht eindeutig festgestellt werden.


Klimaschutzkonzept Stuttgart
Die Emissionsberechnungen ergaben, dass die geschwindigkeitsabh├Ąngigen Stickoxidemissionen auf der Versuchsstrecke bezogen auf ein Jahr von vorher 522 t auf 242 t abnahmen. Dies entspricht einem R├╝ckgang von ├╝ber 50 %. Die j├Ąhrlichen Kraftstoffeinsparungen belaufen sich auf ca. 1.8 Mio. Liter. Dies ist auch eine bedeutende Senkung der klimarelevanten CO2 Emissionen (BAUM├ťLLER u. REUTER, 1990). Dem Klimaschutz widmet die Stadt Stuttgart inzwischen besondere Aufmerksamkeit (LANDESHAUPTSTADT STUTTGART, 1997).

Die im Einzugsbereich der B 10 liegenden Messstationen des Landesmessnetzes zeigten gegen├╝ber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum eine deutliche Abnahme der Stickoxidimmissionen, w├Ąhrend an anderen Messstationen zum Teil erhebliche Zunahmen zu verzeichnen waren.

 

Der L├Ąrmpegel reduzierte sich w├Ąhrend der Versuchsphase um 4 dB(A), was ansonsten nur durch eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens um etwa 60% zu erreichen w├Ąre.

 

Die Unfallh├Ąufigkeit hat infolge der Harmonisierung des Verkehrsablaufes bezogen auf die Vergleichswerte des Vorjahres stark abgenommen (Gesamtzahl der Unf├Ąlle minus 66%, Zahl der Unf├Ąlle mit Personensch├Ąden minus 95 %). Den genannten Vorteilen stehen nur wenige Nachteile (evtl. Zeitverluste, Gef├╝hl der Schikane) dieser bei minimalen Kosten rasch umsetzbaren Ma├čnahme gegen├╝ber. Aufgrund der vermuteten Verdr├Ąngungseffekte wurde nach Ende der Versuchszeit die Geschwindigkeit f├╝r PKW auf 80 km/h festgesetzt. An Tagen mit hoher NO2-Belastung (24-Std. Mittel ├╝ber 100 ug/m┬│)wird die Geschwindigkeit ├╝ber Klappschilder (Zukunftsl├Âsung automatisierte Verkehrsbeeinflussungssysteme) auf 60 km/h reduziert.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie