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Lärmschutz und Lärmminderungsplanung in Stuttgart



Bis in die 1970er Jahre wurde Lärm allgemein nur in konkreten Einzelfällen, etwa bei lauten Fabriken oder dem Bau neuer Autobahnen erfasst. Erst dann wurde der Lärm als weit verbreitetes Problem erkannt, gegen das mit gezielten Maßnahmen vorzugehen ist.

Auch die Stadt Stuttgart begann in dieser Zeit, den L√§rm systematisch zu erfassen und dagegen vorzugehen. 1978 wurde ein Schallschutzfenster-F√∂rderprogramm f√ľr die Bewohner in besonders lauten Stra√üen aufgelegt. Hierf√ľr wurde eine Verkehrsl√§rmkartierung f√ľr das ganze Stadtgebiet von Stuttgart auf der Grundlage von Messungen durchgef√ľhrt, die 1983 abgeschlossen wurde. Im Zusammenhang mit der Volksz√§hlung wurde vom Statistischen Amt auf der Basis der Verkehrsl√§rmkartierung die Betroffenheit der B√ľrger und die Wohnqualit√§t untersucht. 1987 wurde erstmals ein umfassender Umweltbericht L√§rmbek√§mpfung erstellt.

1998 wurde die Verkehrsl√§rmkartierung aktualisiert. In der Zwischenzeit entstanden zahlreiche neue Stra√üen, Wohnungen und Gewerbegebiete. 270 Tempo-30-Zonen wurden eingerichtet. Weiter wurden ca. 90 L√§rmschutzw√§nde und -w√§lle gebaut und daf√ľr fast 50 Millionen DM ausgegeben. Das Schallschutzfensterprogramm wurde jedoch 1993 im Zuge der Haushaltskonsolidierung eingestellt. Die Stadt f√∂rderte damals insgesamt fast 19 000 Wohnungen und gab dabei √ľber 50 Millionen DM aus.

Mit der Novellierung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes 1990 wurde die L√§rmminderungsplanung eingef√ľhrt. Dadurch wurde ein rechtliches Instrumentarium geschaffen, die L√§rmbelastung durch verschiedene L√§rmquellen in ihrer Gesamtwirkung zu erfassen und koordiniert dagegen vorgehen zu k√∂nnen. Der damals eingef√ľgte ¬ß 47a verpflichtet die Gemeinden, f√ľr Wohngebiete und andere sch√ľtzenswerte Gebiete (Schulen, Krankenh√§user, Alten- und Pflegeheime, bei Bedarf auch Gebiete zur Naherholung), die unter hoher L√§rmbelastung leiden, L√§rmminderungspl√§ne aufzustellen.

Auf dieser Rechtsgrundlage wurden ab 1996 f√ľr verschiedene Stadtbezirke Stuttgarts L√§rmminderungspl√§ne aufgestellt:

Lärmminderungsplan Stuttgart-Vaihingen (fertiggestellt 2000)

Lärmminderungsplan Stuttgart-Zuffenhausen (fertiggestellt 2003)

Lärmminderungsplan Stuttgart-Bad Cannstatt (fertiggestellt 2008)

Es war vorgesehen, dies nach und nach f√ľr s√§mtliche Stadtbezirke durchzuf√ľhren, bis sich die Einzelpl√§ne nach einiger Zeit zu einem L√§rmminderungsplan f√ľr die Gesamtstadt zusammenf√ľgen.

Aufgrund der EU-Umgebungsl√§rmrichtlinie wurde der ¬ß 47a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes im Jahr 2005 durch die ¬ß¬ß 47a - 47f ersetzt und erg√§nzt. Seitdem ist die Stadt Stuttgart verpflichtet, alle f√ľnf Jahre L√§rmkarten und einen L√§rmaktionsplan f√ľr das ganze Stadtgebiet zu erstellen. Die Stadt Stuttgart stellt deshalb keine L√§rmminderungspl√§ne f√ľr einzelne Stadtbezirke mehr auf. Die bisherigen L√§rmminderungspl√§ne sind integraler Bestandteil des L√§rmaktionsplans Stuttgart.

2007 wurden erstmals L√§rmkarten f√ľr das gesamte Stadtgebiet erarbeitet. 2009 wurde der L√§rmaktionsplan f√ľr Stuttgart aufgestellt, 2012 und 2017 die
Lärmkarten aktualisiert. Die erste Fortschreibung des Lärmaktionsplans erfolgte 2016.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie