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(Stand: 07.08.2020, 11:30 Uhr,
 S-Mitte, Amt für Umweltschutz)
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2. Klima und Luft als Planungsfaktoren
Lufttemperatur


Das Klimaelement Lufttemperatur bezieht sich auf eine Messh√∂he von in der Regel 2 m √ľber Grund, wobei Strahlungseinfl√ľsse durch die Verwendung einer meist Messh√ľtte ausgeschlossen werden.

Neben der Mitteltemperatur f√ľr einen Ort wird auch die mittlere j√§hrliche Anzahl von Tagen angegeben, an denen bestimmte Schwellenwerte √ľber- oder unterschritten sind.

Eistage (Tagesmaximum < 0,0 ¬įC )
Frosttage (Tagesminimum < 0,0 ¬įC )
Sommertage (Tagesmaximum > 25,0 ¬įC )
Hei√üe Tage (Tagesmaximum > 30,0 ¬įC )

Eine auf das Heizen bezogene Gr√∂√üe ist der Heiztag (Tagesmitteltemperatur < 15,0 ¬įC) und daraus abgeleitet die Gradtagzahl (Gt) als Ma√ü f√ľr den Heizw√§rmebedarf in einer Heizperiode (DIN 4701, VDI 2067).

Gt = Z (ti - tz )

Z = Anzahl der Heiztage im Bezugszeitraum

ti = 20 ¬įC (Raumtemperatur)

tz = Temperaturmittelwert aus den Tagesmittelwerten der Lufttemperatur aller Heiztage des Bezugszeitraumes

Durch die Kenntnis der Gradtagzahl eines Gebietes ist √ľber die Berechnung des Heizw√§rmebedarfs bestehender oder geplanter Baugebiete bei bekannter oder angenommener Heizstruktur auch die Berechnung der durch die Geb√§udeheizungen hervorgerufenen Schadstoffemissionen m√∂glich.

Typisch f√ľr St√§dte ist der W√§rmeinseleffekt (VDI KOMMISSION, 1988), d.h. die gegen√ľber der Umgebung h√∂here Temperatur. Dieser Effekt ist schon seit langem bekannt und stellt eine Er-scheinung dar, die nicht nur auf Gro√üst√§dte beschr√§nkt ist. Die gr√∂√üten Unterschiede gegen√ľber dem Umland ergeben sich jeweils bei den Minimumtemperaturen in der Nacht. Sie k√∂nnen f√ľr Millionenst√§dte bis zu 12 Grad ausmachen.

Dieser W√§rmeinseleffekt ist im Sommer besonders in der Nacht infolge der erh√∂hten W√§rmebelastung f√ľr den Menschen negativ zu beurteilen. Im Winter hingegen kommt es durch diesen Effekt zu einer Einsparung von Heizenergie und somit einer Verminderung der Emissionen. Das verst√§rkte Auftreten von abgehobenen Inversionen infolge des W√§rmeinseleffektes im Stadtgebiet hat den Vorteil, dass der Raum zur Durchmischung der Luft vergr√∂√üert wird. Andererseits werden durch die Anhebung der Inversionsuntergrenze h√∂her liegende Abgasfahnen mit in die Durchmischung einbezogen, was sich nachteilig auf die Luftqualit√§t auswirkt.


 
 

© Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Abt. Stadtklimatologie